Blumeria hordei ist ein auf Gerste spezialisierter parasitärer Pilz, der die Blätter seiner Wirtspflanzen befällt und dort den typischen weißen Mehltau bildet. Über spezielle Saugstrukturen, genannt Haustorien, entzieht er den Pflanzen Nährstoffe. Für Pflanzen ist der Pilz schädlich, und in der Landwirtschaft bedeutet ein Befall Ertragsverluste.
Landung. Die Pilzsporen werden durch den Wind an Gerstenpflanzen herangetragen.
Einbruch. Haftorgane (Appressorien) durchstoßen die äußere Wachsschicht des Blattes. Fingerförmige Saugorgane (Haustorien) dringen in die lebende Zelle ein und entziehen energiereiche Kohlenstoffverbindungen und Fette.
Schadsymptome. Frühstadium: Weiße, ein bis zwei Millimeter große, watteartige Pusteln zeigen sich auf der Blattoberseite und der Blattscheide. Spätstadium: Der Belag auf den Blättern wird graubraun, das Blatt vertrocknet.
Überdauerung. Der Echte Mehltau überwintert als Pilzgeflecht oder als widerstandsfähige Fruchtkörper auf befallenen Pflanzenresten und Ausfallgetreide. Im Frühjahr werden daraus Sporen freigesetzt, die neue Gerstenpflanzen infizieren.
Verbreitung. Der Echte Mehltau der Gerste ist weltweit in allen wichtigen Gerstenanbaugebieten verbreitet. Besonders häufig tritt er bei dichtem Pflanzenbestand auf.
Wirtspflanzen. Echter Mehltau befällt zahlreiche Kultur- und Wildpflanzen, darunter Getreide, Weinreben und Gurken. Die verschiedenen Mehltaupilze sind meist auf bestimmte Wirtspflanzen oder Pflanzengruppen spezialisiert.
Vorbeugung und Bekämpfung. Anbau von widerstandsfähigen Sorten; ausgewogene Düngung; weite Fruchtfolgen und Beseitigung von befallenen Pflanzenresten; für eine gute Durchlüftung des Bestandes sorgen, um hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.
Wirtschaftliche Bedeutung. Wirtschaftliche Schäden durch Echten Mehltau entstehen durch eine verringerte Photosyntheseleistung der Blätter und dadurch geringere Erträge. Bei starkem Befall können Kornbildung und Kornqualität beeinträchtigt werden. Der Ernteverlust liegt bei bis zu 25 Prozent.
Die Forschung zum Pflanzen-Mikroben-Wechselspiel hilft, Echten Mehltau gezielt zu bekämpfen, und kann sich so positiv auf mehrere UN-Nachhaltigkeitsziele auswirken.
Ziel 2 (Kein Hunger): Echter Mehltau kann durch geringere Ernten und schlechtere Qualität von wichtigen Nutzpflanzen einen negativen Einfluss auf die Ernährungssicherheit haben; die Forschung könnte künftig natürliche Gegenspieler des Pilzes und weniger anfällige Sorten hervorbringen.
Ziel 6 (Sauberes Wasser und Sanitärversorgung): Der Einsatz von Pilzgift-Spritzmitteln kann Gewässer belasten; die Forschung zu natürlichen Gegenspielern kann helfen, den Chemieeinsatz zu reduzieren.
Ziel 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz): Der Klimawandel kann Mehltau-Befälle begünstigen, da wärmere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster die Ausbreitung in vielen Regionen intensivieren.