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STATION 4
Echter Mehltau (Blumeria hordei) an Gerste
Echter Mehltau (Blumeria hordei) an Gerste
Wo die Station steht
Station 4- Infografik „Zwischen Angreifer und Wirt" — elektronenmikroskopische Aufnahme eines Haustoriums neben dem Zellkern einer Gerstenblattzelle
- Infografik „Infizierende Invasion" — konfokalmikroskopische Aufnahme einer befallenen Gerstenblattzelle
- Infografik „Schönwetterpilz" — Nahaufnahme des weißen Pilzbelags auf einem Gerstenblatt
Blumeria hordei ist ein auf Gerste (Hordeum vulgare) spezialisierter parasitärer Pilz. Er befällt die Blätter seiner Wirtspflanzen und bildet dort den typischen weißen Mehltau. Wachsen kann er ausschließlich auf lebenden Pflanzenzellen; über spezielle Saugstrukturen, die Haustorien, entzieht er der Pflanze Wasser und Nährstoffe. Für Pflanzen ist der Pilz schädlich.
Der Befall verläuft in mehreren Schritten. Die Pilzsporen werden durch den Wind an Gerstenpflanzen herangetragen. Haftorgane (Appressorien) durchstoßen die äußere Wachsschicht des Blattes, fingerförmige Saugorgane (Haustorien) dringen in die lebende Zelle ein und entziehen ihr energiereiche Kohlenstoffverbindungen und Fette. Als Reaktion auf die Infektion verlagert die Gerste ihren Zellkern an die Infektionsstelle — ein wichtiger Bestandteil ihrer Immunabwehr.
Im Frühstadium zeigen sich weiße, ein bis zwei Millimeter große, watteartige Pusteln auf der Blattoberseite und der Blattscheide. Im Spätstadium wird der Belag graubraun, das Blatt vertrocknet. Bei starkem, anhaltendem Befall kann die Pflanze absterben. Der Pilz überwintert als Pilzgeflecht oder als widerstandsfähige Fruchtkörper auf befallenen Pflanzenresten und Ausfallgetreide; im Frühjahr werden daraus Sporen freigesetzt, die neue Gerstenpflanzen infizieren.
Der Echte Mehltau der Gerste ist weltweit in allen wichtigen Gerstenanbaugebieten verbreitet, besonders häufig bei dichtem Pflanzenbestand und hoher Stickstoffversorgung. Echter Mehltau als Gruppe befällt zahlreiche Kultur- und Wildpflanzen, darunter Getreide, Weinreben und Gurken. Die verschiedenen Mehltaupilze sind dabei meist auf bestimmte Wirtspflanzen oder Pflanzengruppen spezialisiert.
Wirtschaftliche Schäden entstehen durch die verringerte Photosyntheseleistung der Blätter und dadurch geringere Erträge; bei starkem Befall können Kornbildung und Kornqualität beeinträchtigt werden. Der Ernteverlust liegt bei bis zu 25 Prozent. Als Vorbeugung nennt die Ausstellung den Anbau widerstandsfähiger Sorten, eine ausgewogene Düngung, weite Fruchtfolgen mit Beseitigung befallener Pflanzenreste sowie eine gute Durchlüftung des Bestandes, um hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.