Kleine Mitbewohner,
große Ziele

Antwortniveau

STATION 6

Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas syringae) an Tomate

Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas syringae) an Tomate

Wo die Station steht

Station 6
  • Infografik „Sesam öffne Dich" — rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen von Pseudomonas-Bakterien an einer Spaltöffnung
  • Infografik „Kleine Flecken, großer Schaden" — Tomatenblatt mit den typischen Symptomen der bakteriellen Blattfleckenkrankheit

Dieser Text wird gerade geschrieben.

Pseudomonas syringae verursacht an der Tomate (Solanum lycopersicum) die bakterielle Blattfleckenkrankheit. Spritzwasser und Regen tragen die Bakterien auf Blätter und Früchte. Auch Werkzeuge, infiziertes Pflanzmaterial und Pflanzarbeiten können die Verbreitung fördern.

Die Bakterien dringen durch Spaltöffnungen, andere natürliche Öffnungen und kleine Verletzungen ein, etwa durch Insektenstiche oder Hagel. Anders als Pilze durchbrechen sie also nicht die Blattoberfläche, sondern nutzen vorhandene Eintrittswege und vermehren sich anschließend im Interzellularraum. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen an der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), einer Modellpflanze, zeigen stäbchenförmige Pseudomonas-Bakterien rund um eine Spaltöffnung. Die Bakterien geben Botenstoffe ab; daraufhin öffnet die Pflanze den Spalt weiter, was den Bakterien den Weg ins Blattinnere erleichtert.

Charakteristisch sind zunächst kleine, wassergetränkte Flecken, die sich dunkelbraun bis schwarz verfärben und häufig von einem gelblichen Rand umgeben sind. Bei starkem Befall fließen die Flecken zusammen, das betroffene Gewebe stirbt ab und das Blatt vertrocknet; auf dem Blatt bleiben eingesunkene Läsionen zurück.

Das Bakterium überdauert auf infizierten Pflanzenresten, Samen und Blattoberflächen, besonders bei kühlem, feuchtem Wetter. Im Boden überlebt es nur kurz. Feuchte Bedingungen und anhaltende Blattnässe begünstigen die Ausbreitung.

Die Folgen sind weniger Ertrag, verzögerte Reife und geringere Marktqualität. Die geschädigten Blätter können weniger Photosynthese betreiben, wodurch Wachstum und Ertrag der Pflanze sinken. Wirtschaftliche Schäden entstehen einerseits durch Ernteeinbußen aufgrund des Blattfalls, andererseits bei Fruchtbefall durch die Unverkäuflichkeit der Ware.


WEITER IM ZUSAMMENHANG