Die bakterielle Blattfleckenkrankheit wird durch Pseudomonas syringae verursacht; hier gezeigt am Beispiel der Tomate.
Landung. Spritzwasser und Regen tragen die Bakterien auf Blätter und Früchte. Auch Werkzeuge, infiziertes Pflanzmaterial und Pflanzarbeiten können die Verbreitung fördern.
Infektion. Die Bakterien dringen durch Spaltöffnungen, andere natürliche Öffnungen und kleine Verletzungen ein, zum Beispiel durch Insektenstiche oder Hagel.
Überdauerung. Das Bakterium überdauert auf infizierten Pflanzenresten, Samen und Blattoberflächen, besonders bei kühlem, feuchtem Wetter. Im Boden überlebt es nur kurz.
Die Folge. Weniger Ertrag, verzögerte Reife und geringere Marktqualität.
Wirtschaftliche Bedeutung. Wirtschaftliche Schäden entstehen durch Ernteeinbußen aufgrund von Blattfall — und damit verringerter Photosynthese — und bei Fruchtbefall durch die Unverkäuflichkeit.
Die Forschung zum Pflanzen-Mikroben-Wechselspiel hilft, Pseudomonas syringae gezielt zu bekämpfen, und kann sich so positiv auf mehrere UN-Nachhaltigkeitsziele auswirken.
Ziel 2 (Kein Hunger): Der Erreger verursacht Krankheiten an zahlreichen Kulturpflanzen und kann dadurch Erträge und Lebensmittelproduktion gefährden; die Forschung untersucht, wie er Pflanzen infiziert und wie nützliche Mikroben oder resistente Pflanzen die Krankheit eindämmen können.
Ziel 6 (Sauberes Wasser und Sanitärversorgung): Der Erreger wird häufig mit chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen bekämpft, deren Einsatz Umwelt und Gewässer belasten kann; die Forschung an mikrobiellen Gegenspielern und am Pflanzenmikrobiom sucht nach Möglichkeiten, mit weniger chemischen Mitteln auszukommen.
Ziel 12 (Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion): Die Forschung entwickelt biologische Alternativen, die Ressourcen schonen.
Ziel 15 (Leben an Land): Ob eine Infektion gelingt, hängt auch vom natürlichen Mikrobiom der Pflanze ab; die Forschung untersucht diese Gemeinschaften, um natürliche Gegenspieler des Erregers zu fördern.