Kleine Mitbewohner,
große Ziele

Antwortniveau

STATION 3a

Bakterielle Blattfleckenkrankheit an Tomate

Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas syringae) an Tomate

Wo die Station steht

  • Banner „Pseudomonas syringae auf Tomaten — Blattfleckenkrankheit"
  • Infografik „Sesam öffne Dich" — rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen von Pseudomonas-Bakterien an einer Spaltöffnung
  • Infografik „Kleine Flecken, großer Schaden" — Tomatenblatt mit den typischen Symptomen der bakteriellen Blattfleckenkrankheit

Pseudomonas syringae pv. tomato verursacht an der Tomate die bakterielle Blattfleckenkrankheit. Spritzwasser trägt die Bakterien auf das Blatt; sie dringen durch kleine Wunden oder Spaltöffnungen ein. Sie entziehen der Pflanze Nährstoffe. Typische Symptome sind dunkle Flecken mit gelblichem Rand.

Pseudomonas syringae pv. tomato verursacht an der Tomate die bakterielle Blattfleckenkrankheit. Das Bakterium vermehrt sich im Interzellularraum der Tomate. Dort manipulieren sie die Wirtspflanze und entziehen ihr Nährstoffe.

Die bakterielle Blattfleckenkrankheit wird durch Pseudomonas syringae verursacht; hier gezeigt am Beispiel der Tomate.

Landung. Spritzwasser und Regen tragen die Bakterien auf Blätter und Früchte. Auch Werkzeuge, infiziertes Pflanzmaterial und Pflanzarbeiten können die Verbreitung fördern.

Infektion. Die Bakterien dringen durch Spaltöffnungen, andere natürliche Öffnungen und kleine Verletzungen ein, zum Beispiel durch Insektenstiche oder Hagel.

Überdauerung. Das Bakterium überdauert auf infizierten Pflanzenresten, Samen und Blattoberflächen, besonders bei kühlem, feuchtem Wetter. Im Boden überlebt es nur kurz.

Die Folge. Weniger Ertrag, verzögerte Reife und geringere Marktqualität.

Wirtschaftliche Bedeutung. Wirtschaftliche Schäden entstehen durch Ernteeinbußen aufgrund von Blattfall — und damit verringerter Photosynthese — und bei Fruchtbefall durch die Unverkäuflichkeit.

Die Forschung zum Pflanzen-Mikroben-Wechselspiel hilft, Pseudomonas syringae gezielt zu bekämpfen, und kann sich so positiv auf mehrere UN-Nachhaltigkeitsziele auswirken.

Ziel 2 (Kein Hunger): Der Erreger verursacht Krankheiten an zahlreichen Kulturpflanzen und kann dadurch Erträge und Lebensmittelproduktion gefährden; die Forschung untersucht, wie er Pflanzen infiziert und wie nützliche Mikroben oder resistente Pflanzen die Krankheit eindämmen können.

Ziel 6 (Sauberes Wasser und Sanitärversorgung): Der Erreger wird häufig mit chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen bekämpft, deren Einsatz Umwelt und Gewässer belasten kann; die Forschung an mikrobiellen Gegenspielern und am Pflanzenmikrobiom sucht nach Möglichkeiten, mit weniger chemischen Mitteln auszukommen.

Ziel 12 (Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion): Die Forschung entwickelt biologische Alternativen, die Ressourcen schonen.

Ziel 15 (Leben an Land): Ob eine Infektion gelingt, hängt auch vom natürlichen Mikrobiom der Pflanze ab; die Forschung untersucht diese Gemeinschaften, um natürliche Gegenspieler des Erregers zu fördern.

Pseudomonas syringae verursacht an der Tomate (Solanum lycopersicum) die bakterielle Blattfleckenkrankheit. Spritzwasser und Regen tragen die Bakterien auf Blätter und Früchte. Auch Werkzeuge, infiziertes Pflanzmaterial und Pflanzarbeiten können die Verbreitung fördern.

Die Bakterien dringen durch Spaltöffnungen, andere natürliche Öffnungen und kleine Verletzungen ein, etwa durch Insektenstiche oder Hagel. Anders als Pilze durchbrechen sie also nicht die Blattoberfläche, sondern nutzen vorhandene Eintrittswege und vermehren sich anschließend im Interzellularraum. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen an der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), einer Modellpflanze, zeigen stäbchenförmige Pseudomonas-Bakterien rund um eine Spaltöffnung. Die Bakterien geben Botenstoffe ab; daraufhin öffnet die Pflanze den Spalt weiter, was den Bakterien den Weg ins Blattinnere erleichtert.

Charakteristisch sind zunächst kleine, wassergetränkte Flecken, die sich dunkelbraun bis schwarz verfärben und häufig von einem gelblichen Rand umgeben sind. Bei starkem Befall fließen die Flecken zusammen, das betroffene Gewebe stirbt ab und das Blatt vertrocknet; auf dem Blatt bleiben eingesunkene Läsionen zurück.

Das Bakterium überdauert auf infizierten Pflanzenresten, Samen und Blattoberflächen, besonders bei kühlem, feuchtem Wetter. Im Boden überlebt es nur kurz. Feuchte Bedingungen und anhaltende Blattnässe begünstigen die Ausbreitung.

Die Folgen sind weniger Ertrag, verzögerte Reife und geringere Marktqualität. Die geschädigten Blätter können weniger Photosynthese betreiben, wodurch Wachstum und Ertrag der Pflanze sinken. Wirtschaftliche Schäden entstehen einerseits durch Ernteeinbußen aufgrund des Blattfalls, andererseits bei Fruchtbefall durch die Unverkäuflichkeit der Ware.


WEITER IM ZUSAMMENHANG