Im Jahr 2009 definierten rund 30 internationale Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler unter Johan Rockström neun planetare Grenzen, die die
Belastbarkeit der Erde für zentrale Umweltprozesse festlegen. Werden diese
Grenzen überschritten, steigt das Risiko für großräumige, abrupte oder
unumkehrbare Umweltveränderungen.
2009 konnten zunächst nur sieben Grenzen quantifiziert werden. 2023 gelang
erstmals die Messung aller neun Prozesse. Ergebnisse des Planetary Health
Check aus 2025 zeigen, dass mittlerweile sieben der neun kritischen
Belastungsgrenzen überschritten sind. Die Ozeanversauerung liegt neu im
Gefahrenbereich. Hauptursache ist die Verbrennung fossiler Energieträger,
verstärkt durch Abholzung und Landnutzungswandel.
Nur zwei Grenzen liegen noch im sicheren Bereich: die Belastung durch
Aerosole und die Ozonschicht, welche sich weitgehend erholt hat. Das Beispiel
der Ozonschicht zeigt, dass internationales Handeln und politische Maßnahmen
Verbesserungen erwirken können.
Im Jahr 2009 beschrieb eine Gruppe von rund 30 internationalen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter Johan Rockström neun
planetare Grenzen. Jede von ihnen benennt einen Umweltprozess, dessen
Belastbarkeit sich abschätzen lässt: Klimawandel, Biosphärenintegrität,
Landsystemänderung, Süßwassernutzung, biogeochemische Flüsse von Stickstoff
und Phosphor, neuartige Entitäten wie Chemikalien und Kunststoffe,
Ozeanversauerung, stratosphärischer Ozonabbau und atmosphärische
Aerosolbelastung. 2009 ließen sich zunächst nur sieben dieser Prozesse
quantifizieren; 2023 gelang die Messung erstmals für alle neun.
Der Planetary Health Check 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass sieben der neun
Grenzen überschritten sind. Die Ozeanversauerung ist zuletzt hinzugekommen.
Im sicheren Bereich liegen danach nur noch zwei: die atmosphärische
Aerosolbelastung und der stratosphärische Ozonabbau, denn die Ozonschicht hat
sich weitgehend erholt. Als Hauptursache der Überschreitungen nennt der
Bericht die Verbrennung fossiler Energieträger, verstärkt durch Abholzung und
Landnutzungswandel.
Ein überschrittener Grenzwert bedeutet keinen plötzlichen Zusammenbruch. Er
beschreibt ein erhöhtes Risiko für großräumige, abrupte oder nicht mehr
umkehrbare Umweltveränderungen. Wo genau die Schwellen liegen, ab denen ein
System kippt, ist für die meisten der neun Prozesse nicht genau bekannt und
Gegenstand laufender Forschung.
Die Grenzen sind nicht unabhängig voneinander. Wird eine überschritten,
verschlechtert das häufig die Lage bei anderen: Der Klimawandel verstärkt
sowohl die Ozeanversauerung als auch den Süßwasserstress. Umgekehrt zeigt das
Beispiel der Ozonschicht, dass gezieltes internationales Handeln Schäden
verringern und ein System in den sicheren Bereich zurückführen kann.